letztes Update: 21.06.2019
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Vettelschoß Abriss aus der Geschichte (3)

Die Kirchen

Alter Stich, Michaelskapelle
Michaelskapelle

Um 1900 und früher war die Bevölkerung zu 100% katholischen Glaubens. Bis 1982 gab es ca. 77% katholische und 16% evangelische Bürger. 1967 wurde das provisorische evangelische Gotteshaus in Vettelschoß errichtet. Die katholische Gemeinde Vettelschoß gehörte immer zur Pfarrei Neustadt. Dort wurden die Tauf-, Hochzeits- und Sterberegister geführt. Seelsorgerisch betreut wurden die Gläubigen durch die Geistlichen der Abtei St. Katharinen. Als die Abtei aufgelöst wurde und Vettelschoß wieder von Neustadt aus betreut werden musste, begann wegen der weiten und schlechten Wegeverhältnisse eine geistliche Notzeit.

Zwischen 1815 und 1818 wurde der Sonntagsgottesdienst durch den im Ruhestand lebenden Geistlichen Gottfried Amdohr versehen. Um 1820 wird ein Vikar Völgen bezeugt. Danach trat wieder eine pastorale Notzeit ein. Die geplante Zusammenlegung von St. Katharinen und Vettelschoß zu einer Pfarrei kam nicht zustande. Erst Pastor Grundhewer, von 1849-1856 Pfarrer von Neustadt, sorgte wieder für einen regelmäßigen Sonntagsgottesdienst in Vettelschoß. Er erlaubte auch, die Taufe in der Michaelskapelle zu spenden. Erst 1896 bekam Vettelschoß in Johann Klöckner den ersten eigenen Geistlichen, obwohl 1862 Johann Anton Stockhausen sein gesamtes Vermögen in Höhe von 735 Talern für einen regelmäßigen Sonntagsgottesdienst gestiftet hatte.

Alter Stich, Zur heiligen Familie
Zur heiligen Familie

Am 7. 9. 1925 wurde Vettelschoß offiziell von Neustadt abgetrennt und zu einer Kapellengemeinde erhoben. In der Ortsmitte, am sogenannten Kapellenplatz, stand bis zum Jahre 1945 die alte "Michaelskapelle". Sie wurde wahrscheinlich von Wilhelm v. Rennenberg (1470 -1533) gestiftet. 1570 als Filialkapelle von Neustadt genannt, wurde sie wohl im Dreißigjährigen Krieg zerstört und durch einen Neubau Ende des 17. Jahrhunderts ersetzt.

An der Ostseite der Kapelle befand sich eine aus Blech geschnittene Figur, der "Pestmann", der an die Pestjahre von 1529, 1570, 1604 und 1637 erinnerte, in denen Vettelschoß und das ganze umliegende Gebiet viele Tote zu beklagen hatte.

An diese Zeit erinnerte auch ein alter Brauch, das "Füßen". Die Gläubigen umschritten dabei die Kapelle, den Erzengel Michael um Hilfe flehend, in dem sie bei jedem Schritt anhielten und ein Vaterunser und ein Ave Maria beteten. Bei besonders schweren Anliegen oder bei Krankheiten wurden sogar jeweils fünf Vaterunser und ein Ave Maria gebetet.

Alter Stich, Kapelle St. Bernardus
Kapelle St. Bernardus

Ein solcher Bittgang dauerte oft viele Stunden und wurde meist, weil tagsüber keine Zeit war, in der Nacht durchgeführt. Unter Vikar Johann Klöckner wurde im Jahre 1900 eine Kirche aus hellbraunen Quadersteinen erbaut, die der Hl. Familie geweiht und 1901 durch Bischof Michael Felix Korum konsekriert wurde.

Die Bevölkerung leistete beim Bau der Kirche noch erhebliche Hand- und Spanndienste. Wegen der starken Zunahme der Kirchengemeinde und aufgrund des mangelhaften Bauzustandes der Kirche in Folge von Kriegsschäden beschloss der Kirchenvorstand 1968, die Pfarrkirche zur Hl. Familie abzureißen und durch einen modernen Bau zu ersetzen. Prof. Dahinden aus Zürich wurde mit der Planung beauftragt.

Am 19. April 1975 wurde der Grundstein gelegt und am 25. September 1977 wurde die neue Michaelskirche durch Bischof Bernhard Stein feierlich konsekriert.

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Wappen

seit 1983 gültig.

- Das Flammschwert ist Symbol für den Erzengel Michael,

- das Hufeisen für die frühere Haupterwerbsquelle Landwirtschaft,

- die Basaltsäulen für den Bergbau und die Nachfolgeindustrie.

Geschichte der Gebietszugehörigkeit Vettelschoß

- Im 9.-12. Jahrhundert verschiedenen Gebietsordnungen unterstellt.

- Bereits im 13. Jahrhundert heutige gemeindliche Struktur anlässlich der Klostergründung Heisterbach und St. Katharinen.

- 1344 erste urkundliche Erwähnung.

- 1418 Verwaltungseinheit Hunschaft Lorscheid II, politisch zum Kurfürstentum Köln gehörig.

- 1803 an die Fürsten zu Wied.

- 1806 an die Fürsten zu Nassau-Usingen.

- 1815 an das Königreich Preußen.

- Nach 1945 zu Rheinland-Pfalz, Amt Neustadt Wied.

- Ab 1970 durch Reform zur Verbandsgem. Linz.

 
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